Geplant gewesen war lediglich ein Interview mit dem Zuger Komiker Marco Rima über seine Passion fürs Velofahren. Daraus geworden ist eine vergnügliche E-Bike-Tour über den Zugerberg mit ihm, Ehefrau Christina und Sohn Luca.
Marco Rima gehört zu den erfolgreichsten und charismatischsten Schweizer Unterhaltungskünstlern, die es auch in Deutschland geschafft haben, ein grosses TV- und Bühnenpublikum zu erreichen. Die Leidenschaft des Zugers ist, mit dem E-Bike die Welt zu erkunden. Einen Tag vor seinem 65. Geburtstag empfing uns Marco Rima in seinem Haus in Oberägeri – und liess im Anschluss an das Interview gleich Taten folgen.
easybiken: Marco, war das Velo in deiner Kindheit die erste Möglichkeit, um deinen Radius markant zu erweitern?
Marco Rima: Wir hatten zwar schon früh in meiner Kindheit ein Auto, einen Opel Rekord 1700. Der stand allerdings öfter in der Garage oder in der Werkstatt, als dass er gefahren wurde. Zu meinem zehnten Geburtstag bekam ich mein erstes Velo: ein rotes Mondia mit 26-Zoll-Rädern und drei Gängen. Fahren durfte ich es allerdings erst am Geburtstag selbst. Natürlich schlich ich mich schon vorher in den Keller und setzte mich darauf. Dabei brach der Ständer – und ich musste zur Strafe noch länger warten. Als es dann endlich so weit war, war die Freude umso grösser. Allerdings habe ich das Velo relativ schnell kaputtgefahren. Danach sattelte ich auf den Zehngänger meines Vaters um, ein Allegro, das ich während der Sekundarschule ziemlich «geschunden» habe. Ich erinnere mich noch gut, wie mein Vater Tränen in den Augen hatte, denn ein normales Fahrrad war damals, inflationsbereinigt, noch um einiges teurer als heute. Ich bin schon immer gern Fahrrad gefahren. Ein Töffli durfte ich nie haben.
Wie bist du aufgewachsen? Hast du in der Schule als «Italiener» zu spüren bekommen, dass die Schwarzenbach-Initiative gegen Überfremdung lief?
Ja, das habe ich durchaus zu spüren bekommen. In der Klasse war ich der «Tschingg». Ich konnte mich aber gut behaupten, auch weil ich schon damals der Klassenclown war. Mein Vater war Tessiner, meine Mutter Thurgauerin.
Wer hat dich mehr geprägt?
Beide – auf unterschiedliche Weise. Mein Vater, Giorgio, war eine echte Frohnatur. Wenn er irgendwo auftauchte, bat man ihn stets, er solle einen Witz erzählen. Er arbeitete sehr viel und verpasste dadurch einen Teil meiner Kindheit. Meine Mutter war eine sehr starke Persönlichkeit. Sie hat mir stets eingeschärft: Wenn man etwas beginnt, dann zieht man es durch. Sie war auch noch in anderen Belangen konsequent, wie ich später erfahren habe. Während ihrer Schwangerschaft mit mir wollte ihr Arzt unbedingt, dass sie das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan gegen ihre Übelkeit einnimmt. Sie weigerte sich jedoch standhaft – wofür ich ihr bis heute dankbar bin. Wie sich später herausstellte, konnte Contergan zu schweren Missbildungen bei Säuglingen führen und wurde zu einem der grössten Arzneimittelskandale der Medizingeschichte.
Wieso bist du, wie so viele Schweizer Komiker, ausgerechnet Lehrer geworden?
Ich wollte immer Schauspieler werden. Meine Eltern bestanden jedoch darauf, dass ich zuerst etwas «Richtiges» lerne – Schauspielerei sei ein brotloses Gewerbe. Also gab es für mich zwei Optionen: die Aufnahmeprüfung fürs Lehrerseminar bestehen oder, wie mein Vater, in einem Reisebüro zu arbeiten. Am Lehrerseminar wollten sie mich zwei-, dreimal fast rauswerfen, aber am Ende haben sie es fünf Jahre mit mir ausgehalten. Die Ausbildung war sehr vielseitig und stark musisch geprägt. Ich habe Klavier und Gitarre spielen gelernt, dazu kamen Pädagogik, Didaktik und Psychologie. Das alles hat mir später enorm geholfen in meinem Beruf, oder besser gesagt: in meiner Berufung. Beruhigend war: Egal, was passiert, ich kann jederzeit in diesen Beruf zurückkehren.
Warst du in deiner Jugend hyperaktiv oder hast du den Sport gebraucht, um deine Energie loszuwerden?
Wenn ich etwas gemacht habe, dann extrem. Nach heutigen Standards wäre ich wohl in der Schule mit einer Grosspackung Ritalin stillgelegt worden. Grundsätzlich halte ich das Schulsystem nicht für schlecht, aber es ist viel zu überladen. Weniger wäre oft mehr: Rechnen, Lesen, Schreiben und vor allem möglichst früh Talente erkennen und fördern. Als Lehrperson begleitest du letztlich eine Seele ins Leben, und das sollte mit Freude und Neugier geschehen. Sport war für mich ein wichtiges Ventil. Als Kind wollte ich in jeder Disziplin Weltmeister werden. Ich bin viel Ski gefahren und habe Leichtathletik gemacht. Meine Leistungen waren durchaus gut, aber wenn ich es wirklich wissen wollte, zeigte mir mein Körper auch klar meine Grenzen auf.
Wann hast du das Velo als Erwachsener neu entdeckt – oder bist du dein ganzes Leben lang gefahren?
Ich bin eigentlich immer Velo gefahren, hatte aber tatsächlich eine Phase, in der ich es etwas beiseitegelegt habe, nämlich dann, als das Auto wichtiger wurde. Anfang 30 habe ich das Velo wieder neu entdeckt, als ich begann, erste längere Radtouren zu fahren. Heute bin ich an einem Punkt, an dem ich es kaum erwarten kann, wieder aufzusteigen und einfach loszufahren – am liebsten auf eine etwas verrückte Tour, gerne auch mehrere Wochen. Neue Welten entdecken, alles zieht an dir vorbei, und du erlebst es in einem Tempo von 25 bis 30 Stundenkilometern, bei dem man die Eindrücke auch aufnehmen und verarbeiten kann. Für mich hat das etwas Meditatives. Du tauchst in Geschichten ein, nimmst Landschaften ganz anders wahr, als wenn du mit dem Auto vorbeifährst. Es spielt keine Rolle, wenn du mit dem E-Bike zwischendurch anhältst, dich eine Stunde hinlegst oder im See schwimmst. Die Zeit holst du locker wieder auf. Dieses Verweilen und Weiterfahren ist für mich eine unglaublich schöne Kombination.
Welches E-Bike fährst du – und wie viele Velos hast du insgesamt?
Ich habe mehrere Velos. Ein klassisches Mountainbike ohne Antrieb gehört genauso dazu wie ein Bonanza-Velo – das habe ich mir übrigens für einen Film angeschafft, den ich gedreht habe. Daneben fahre ich zwei E-Bikes: ein Mountainbike und ein Tourenbike. Eines davon ist ein 45er von Bergstrom, das andere ebenfalls ein Bergstrom – mit grosser 750-Wattstunden-Batterie.
Wie setzt du dein E-Bike ein – eher für den Alltag oder für Touren?
Ich wohne ziemlich am Berg und nutze das E-Bike oft im Alltag: Wenn ich ins Dorf fahre, nach Zug oder jemanden in der Umgebung besuche. Mit dem Auto bin ich vielleicht fünf Minuten schneller, aber der Unterschied ist nicht gross. Der grosse Vorteil des E-Bikes ist für mich, dass du ganz normal angezogen losfahren kannst und nicht völlig verschwitzt ankommst. Wenn du sportlich fahren willst, wählst du einfach weniger Unterstützung. Dann kommst du genauso ins Schwitzen wie auf einem normalen Velo. Auf einer längeren Tour, die ich gemacht habe, habe ich in drei Wochen 7,5 Kilo abgenommen – einfach, weil ich richtig in die Pedale getreten bin.
Wie bist du auf die Idee zur TV-Serie «Ich nehm’ dann mal ab» gekommen?
Ich habe das Projekt damals dem Schweizer Fernsehen SRF vorgeschlagen, ursprünglich als fünfteilige Serie. Zuerst hatten sie dort keinen Bedarf. Ich wollte es aber ohnehin für mich machen. Später kamen sie dann doch auf mich zu, weil eine andere Sendung ausgefallen war. So konnte ich das Projekt immerhin refinanzieren. Verdient habe ich nichts daran, aber das Abenteuer wurde bezahlt, und ich hatte zur Belohnung meinen Spass.
Vorpremiere in Unterägeri
Vergünstigt am 2., 3. oder 4. Oktober an der Vorpremiere des Comedy-Musicals Keep Cool von Marco Rima mit Bastian Baker, Rob Spence und Viola Tami in Unterägeri teilnehmen!
Auf ticketcorner.ch das gewünschte Datum der Vorpremiere wählen, dann «Sonderaktion 6» und im Feld «Promotions-Code» den Aktionscode Velo_KC_2026 eingeben und auf «Promotion anzeigen» klicken. Dann die gewünschte Anzahl Tickets auswählen.
Der Code ist bis Ende Mai 2026 gültig.
Das komplette Interview ist in der Ausgabe 1/26 im Magazin easybiken zu lesen.
Text: Corina Venzin, Martin Platter, Fotos: Martin Platter
aus: easybiken, Heft Nr. 1/2026