E-Bike Specialized Turbo Vado 5.0

Digitaler Kraftprotz

Das Specialized Turbo Vado 5.0 erwies sich im Test als Kraftprotz sowohl bezüglich Motorleistung als auch, was die digitale Ausstattung angeht. Herausragend ist das implementierte Garmin Radar. Es warnt, wenn sich von hinten Fahrzeuge nähern.

Im Test: Das E-Bike Specialized Turbo Vado 5.0 entpuppt sich als digitaler Kraftprotz.
Im Test: Das E-Bike Specialized Turbo Vado 5.0 entpuppt sich als digitaler Kraftprotz.
Das Garmin-Radar ist unter der modernen Lichtleiste des Gepäckträgers stosssicher befestigt.
Das Garmin-Radar ist unter der modernen Lichtleiste des Gepäckträgers stosssicher befestigt.

Die ersten Meter auf dem Specialized Turbo Vado 5.0 überraschten. Ungemein kräftig aber nahezu geräuschlos zieht der Brose-Motor an, den Specialized in ihren Spezifikationen unter der Bezeichnung «Turbo Full Power 2.2 Motor» eingebürgert hat. Wohl zurecht, denn das Specialized-eigene Softwarepaket, das mit diesem E-Bike kommt, steht modernen Autos bald in Nichts mehr nach.

Als Sicherheitsmerkmal fehlt im Moment nur noch das ABS und eine ASR, eine Antischlupfregelung, die ein Durchdrehen der Räder auf losem Untergrund verhindert. Wheelspin (durchdrehende Räder) ist in der höchsten Unterstützungsstufe auf Kies tatsächlich möglich. Über die Mission-Control-App kann man auf dem Smartphone jedoch die Leistung in jeder Unterstützungsstufe anpassen – oder man wählt sie im Expert-Modus in 10-Prozent-Schritten zehnstufig. Überhaupt ist diese App ein veritabler Tausendsassa. Sie zeichnet nicht nur die Leistungsdaten des E-Bikes und mittels Zubehör auch die des Fahrers/der Fahrerin auf. Sie kann auch die gefahrene Strecke speichern und noch dazu navigieren.

Der Clou ist jedoch die Sonderfunktion, die mit dem Garmin-Radar gekoppelt ist. Das Radar befindet sich hinten unter dem formschön in den Gepäckträger integrierten Rücklichtband. Nähern sich von hinten Fahrzeuge, erscheinen diese unter einer Distanz von 140 Metern mittels eines weissen Punktes auf dem Tachodisplay, den Specialized bezeichnenderweise «Master­mind» (Vordenker) nennt. Nähert sich das Fahrzeug mit normaler Geschwindigkeit, bleibt der Punkt weiss. Sind sie zu schnell, ändert die Farbe auf Rot. Grün ist der Punkt, wenn sich kein Fahrzeug hinter einem befindet.

Martin Platter, Chefredaktor easybiken
Martin Platter, Chefredaktor easybiken

Kommentar
Das Turbo Vado 5.0 von Specialized hat es faustdick hinter den Ohren. Äusserlich sieht man dem E-Bike seinen Funktionsumfang nicht an. Ist man weniger technikaffin, kann man es auch einfach im Werkszustand fahren. Faszinierend sind die technischen Möglichkeiten aber dennoch. Ebenso, wie die Fahreigenschaften. Wie auf Schienen fährt sich das E-Bike, taucht aber dank breiter Reifen nicht in Tramschienen ein. Das ist ein echtes Sicherheitsplus. Dank guter Federung ist das Turbo Vado 5.0 bequem obendrein. Interessant ist auch das neue Vertriebskonzept von Specialized. Der US-Hersteller, der seine internationale E-Bike-Entwicklungszentrale in Cham bei Zug unterhält, hat auch bezüglich Vertrieb neue Wege eingeschlagen. Seit einigen Monaten ist der Direktkauf übers Internet möglich. Mit dem Kauf des Fachhandels-Filialisten Ciclissimo und der Eröffnung weiterer Markenstores geht Specialized aber auch physisch direkt auf die Kundschaft zu. Dazu wird wie bis anhin über den ausgesuchten Fachhandel verkauft. Prominentester Vertreter dieses Konzepts ist Apple mit seinen edlen Markenstores, der ebenfalls über mehrere Vertriebskanäle auf die Kundschaft zugeht. Auch, um sich mehr Marge zu sichern. A propos: Das Turbo Vado 5.0 gibt‘s für 5500 Franken.

Der komplette Fahrtest ist im Magazin easybiken zu lesen. Die Ausgabe 2/22 lässt sich online bestellen.

Text und Fotos: Martin Platter
aus: easybiken, Heft Nr. 2/2022

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