DAS SCHWEIZER E-BIKE-MAGAZIN

PININFARINA E-VOLUZIONE

LAUTLOSES GLEITEN IN SCHÖNSTER FORM

Das preisgekrönte Pininfarina E-Voluzione ist leicht, faszinierend und schön. Weil es aber nur in der Klasse bis 25 Kilometer pro Stunde zugelassen ist, wirkt es wie ein Ferrari in der Bewegungszone. Ein Fahrbericht.

Die Antriebstechnik von Brose und Nuvinci funktionierte trotz eisiger Temperaturen einwandfrei.
Die Antriebstechnik von Brose und Nuvinci funktionierte trotz eisiger Temperaturen einwandfrei.
Das grosse LCD-Display ist raffiniert im Rahmen integriert.
Das grosse LCD-Display ist raffiniert im Rahmen integriert.
Alltagstauglich: das Pininfarina E-Voluzione.
Alltagstauglich: das Pininfarina E-Voluzione.

Bisher war es so: Wenn sich Automobilbauer oder Designbüros mit dem Thema E-Bike befassten, kamen dabei entweder aufsehenerregende Prototypen heraus, die es aber nie in die Serienproduktion schafften. Oder es wurden in Zusammenarbeit mit erfahrenen Fahrradherstellern Brot-und-Butter-E-Bikes in limitierter Auflage neben Koffersets, T-Shirts und anderen markenbindenden Gadgets angeboten, die aber nicht aus der Masse herauszustechen vermochten. Nur wenige Ausnahmen bestätigten bisher diese Regel. Das Pininfarina E-Voluzione ist eine davon. Allerdings ungleich attraktiverer und alltagstauglicher als alle Vorgänger. Optisch vermag es dank der Zusammenarbeit mit der italienischen Designikone Pininfarina neue Akzente zu setzen. Schliesslich hat Pininfarina in der 85-jährigen Firmengeschichte bereits die Silhouetten einiger der aufregendsten Ferraris, Alfa-Romeos, Lancias, Fiats, Maseratis und Peugeots entworfen. Formschön, schnittig und wie aus einem Guss präsentiert sich auch das mehrfach preisgekrönte Antlitz des E-Voluzione. Möglich macht’s ein eigens dafür gefertigter Karbon-Monocoque-Verbundstoffrahmen, der alle Kabel und elektrischen Bauteile wie Motor, Akku und Display aufnimmt.

WARTUNGSARM UND ALLTAGSTAUGLICH
Der Clou ist das Gewicht. Nur 18,5 Kilos bringt das E-Voluzione mit der nicht gerade leichten, dafür aber stufenlosen und vollkommen geräuschlosen Nuvinci-Variomatik, flüsterleisem Brose-Motor und 500 Wattstunden-Akku auf die Waage. Auch am Bedienkonzept legten die Entwickler von E-Bike-Spezialist Protanium und der Accell-Group, in deren Zusammenarbeit das E-Voluzione entstanden ist, Hand an. Herausgekommen ist nicht nur ein schönes, sondern auch ein leichtes und dank Riemenantrieb wartungsarmes und damit alltagstaugliches E-Bike, das niemanden kalt lässt. Zu bemängeln gibt es eigentlich nur eines: dass das E-Voluzione in der Schweiz offiziell nicht für die schnelle E-Bike-Klasse bis 45 Kilometer in der Stunde zugelassen ist.

MEINE MEINUNG: (von Martin Platter)
Es war wie Liebe auf den ersten Blick, als mir das Pininfarina E-Voluzione das erste Mal an der Eurobike unter die Augen kam. Wow, ist das schön! Nun durfte ich es endlich fahren – und wurde dabei nicht enttäuscht. Die zuverlässige Grossserien-Antriebstechnik von Brose und Nuvinci funktionierte trotz tiefstem Winter und eisigen Temperaturen zuverlässig, kraftvoll und nahezu geräuschlos. Wer die stufenlose Nuvinci-Übersetzungsnabe nicht mag, kann das E-Voluzione für 400 Franken weniger auch mit dem Kettenantrieb bestellen. Aber das wäre schade. Die erste Wahl bleiben für mich der Riemenantrieb und die Nuvinci-Nabe. Sie ermöglichen das vollkommen geräuschlose Dahingleiten, das süchtig macht. Da klackert kein Freilauf! Die Starrgabel ist nichts mehr als konsequent. Sie hält das Gewicht tief und lässt das E-Voluzione stabil und zielsicher Kurs halten. Gefallen haben mir ausserdem die schnittige Vorbau-Lenkereinheit, das grosse Farbdisplay auf dem Oberrohr und das stimmige Bedienungskonzept, das keine Fragen offenliess. So viel Edles hat allerdings seinen Preis: 7’200 Franken kostet das E-Voluzione mit Nuvinci. Und es gibt noch einen weiteren Nachteil: Derart schöne Bikes locken Diebe wie Honig die Fliegen. Da lohnt sich ein gutes Fahrradschloss.

Erhältlich bei Diavelo Schweiz AG, Schiffbaustrasse 7, 8005 Zürich, T: 044 806 84 84
diavelo.swiss

Text: Martin Platter
aus: easybiken, Heft Nr. 1/2019

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